Warum kann ich nicht abschalten? 7 Gründe, warum dein Körper weiter auf Stress läuft

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Kennst du das?
Du kommst nach Hause und eigentlich wäre jetzt Feierabend. Du hast den ganzen Tag funktioniert, Entscheidungen getroffen, dich um andere gekümmert, Dinge erledigt und wahrscheinlich mehr im Kopf gehabt, als dir überhaupt bewusst war. Jetzt könntest du dich endlich hinsetzen.
Aber irgendwie geht das gar nicht.
Du bist müde, aber nicht ruhig. Dein Kopf arbeitet weiter. Du denkst an das Gespräch von heute, an das, was morgen ansteht, an die Nachricht, die du noch beantworten wolltest.
Vielleicht greifst du zum Handy, einfach um kurz abzuschalten – und eine Stunde später merkst du, dass du eigentlich noch immer nicht wirklich zur Ruhe gekommen bist.
Und dann kommt oft noch der Gedanke dazu: „Warum kann ich eigentlich nicht einfach abschalten?“
Ich glaube, dass sich diese Frage viele Frauen stellen, die über lange Zeit sehr viel tragen.
Nicht unbedingt, weil sie besonders empfindlich sind. Und auch nicht, weil sie Entspannung nicht können. Sie sind es einfach gewohnt weiterzumachen.
Dein Feierabend beginnt nicht automatisch in deinem Körper. Warum du nicht einfach abschalten kannst.
Wir denken oft, dass Stress vorbei ist, sobald das, was Stress gemacht hat, vorbei ist.
Die Arbeit ist aus. Die Kinder sind im Bett. Der Termin ist geschafft. Jetzt wäre doch Zeit zum Entspannen.
Nur leider funktioniert unser Körper nicht ganz so praktisch.
Wenn du den ganzen Tag auf Empfang bist, Verantwortung übernimmst und von einer Aufgabe zur nächsten gehst, kannst du nicht immer in dem Moment, in dem du die Wohnungstür hinter dir schließt, auf Ruhe umschalten.
Dazu kommt: Gerade Frauen haben häufig nicht nur das im Kopf, was sie selbst erledigen müssen. Da läuft im Hintergrund noch diese zweite To-do-Liste mit.
Wer braucht was? Was darf ich morgen nicht vergessen? Ist für die Kinder alles vorbereitet?
Wann muss ich den nächsten Termin ausmachen? Was ist mit der Rechnung?
Und während du auf dem Sofa sitzt, läuft diese Liste einfach weiter. Das kann unglaublich anstrengend sein.

Genau hier kann es hilfreich sein, den eigenen Körper und seine Reaktionen besser kennenzulernen. In meiner Arbeit mit dem Körpercheck geht es darum, wieder wahrzunehmen, was dir hilft, aus dem ständigen Funktionieren herauszukommen und mehr Ruhe in deinen Alltag zu bringen.
1. Du hast keinen richtigen Übergang zwischen Funktionieren und Feierabend
Vielleicht kennst du diese Situation: Du kommst von der Arbeit nach Hause und bist sofort wieder mitten im nächsten Teil deines Tages. Da ist kein Moment, in dem du wirklich aussteigst.
Genau so einen Übergang brauchen wir aber oft. Nicht als weiteres Ritual, das du jetzt auch noch perfekt machen musst. Sondern als kleine Unterbrechung.
Ein paar Minuten nach Hause gehen, ohne schon wieder etwas erledigen zu müssen. Ein kurzer Spaziergang. Duschen. Die Kleidung wechseln. Drei bewusste Atemzüge, bevor du die nächste Aufgabe beginnst. Es geht gar nicht darum, was davon „die richtige Methode“ ist.
Die Frage ist eher: Hast du deinem Körper überhaupt schon mitgeteilt, dass der Arbeitstag vorbei ist?
2. Dein Kopf hat noch zu viel offen
Wenn du abends im Bett liegst und plötzlich dein gesamter nächster Tag vor deinem inneren Auge auftaucht, ist das meistens kein besonders guter Zeitpunkt, um noch schnell „nicht mehr zu denken“.
Unser Kopf mag offene Dinge nicht besonders. Deshalb kann es helfen, sie aus dem Kopf herauszubringen. Das Nervensystem ist nicht reguliert und hält dich wach.
Schreib auf, was dich beschäftigt. Nicht als ausgeklügelte Journaling-Methode. Einfach auf ein Blatt Papier. Was muss morgen erledigt werden? Woran musst du denken? Was möchtest du nicht vergessen?
Damit ist nichts davon gelöst. Aber du musst es nicht mehr die ganze Nacht im Kopf herumtragen.
Und vielleicht entsteht genau dadurch ein bisschen mehr Platz.
3. Du bist erschöpft und erwartest trotzdem, dass du dich jetzt entspannen kannst
Das ist ein Punkt, den ich besonders wichtig finde. Erschöpfung fühlt sich nicht immer wie Ruhe an.
Du kannst völlig müde sein und gleichzeitig innerlich aufgedreht. Du möchtest eigentlich nur noch ins Bett, findest aber trotzdem nicht in den Schlaf.
Oder du sitzt vor dem Fernseher und merkst, dass du überhaupt nicht richtig abschaltest.
Dann hilft es oft nicht, sich noch mehr anzustrengen, um endlich entspannt zu sein.
Entspannung ist keine Leistung. Du musst sie nicht schaffen.
Vielleicht ist der erste Schritt deshalb gar nicht die Frage „Was kann ich jetzt noch tun?“, sondern:
„Wie fühlt sich mein Körper gerade eigentlich an?“
4. Deine Pause ist gar keine richtige Pause
Wir sind heute unglaublich gut darin, Pausen zu füllen.
Ein paar Minuten Zeit? Handy.
Kurz warten? Nachrichten.
Auf der Couch? Noch schnell Instagram.
Das kann natürlich angenehm sein. Und ich möchte auch niemandem das Handy wegnehmen.
Aber wenn dein Kopf ohnehin schon den ganzen Tag mit Informationen beschäftigt war, bekommt er dadurch nicht unbedingt die Ruhe, die er eigentlich bräuchte.
Probier doch einmal etwas ganz Ungewöhnliches: Mach für ein paar Minuten gar nichts.
Nicht meditieren. Nicht reflektieren. Nicht an dir arbeiten. Einfach sitzen.
Das kann sich anfangs erstaunlich schwierig anfühlen.
Und genau das ist vielleicht schon eine interessante Beobachtung.

5. Dein Körper erzählt dir oft früher, dass es zu viel wird
Wir merken häufig erst sehr spät, dass wir eigentlich schon länger über unsere Grenzen gehen.
Der Nacken wird immer fester. Die Schultern wandern nach oben. Die Atmung wird flacher. Wir schlafen schlechter oder fühlen uns morgens schon erschöpft.
Natürlich hat nicht jede körperliche Beschwerde automatisch mit Stress zu tun. Und ein verspannter Nacken hat nicht immer eine tiefere Botschaft. Aber dein Körper liefert dir Informationen.
Die spannende Frage ist deshalb nicht: „Was stimmt mit mir nicht?“ Sondern: „Was nehme ich gerade wahr?“
Das verändert den Blick auf den eigenen Körper. Du musst ihn nicht bekämpfen oder möglichst schnell wieder „in Ordnung bringen“. Du darfst erst einmal zuhören.
6. Du suchst nach der richtigen Entspannungsmethode
Vielleicht hast du schon einiges ausprobiert.
Du hast dir eine Yoga-App heruntergeladen, eine Meditation gemacht, einen Entspannungstee getrunken und dir vorgenommen, ab jetzt jeden Abend früher ins Bett zu gehen.
Und dann funktioniert es trotzdem nicht so, wie du dir das vorgestellt hast.
Das kann frustrierend sein.
Aber vielleicht geht es gar nicht darum, die perfekte Methode zu finden.
Dein Körper ist nicht jeden Tag gleich. Was dir heute guttut, kann morgen völlig unpassend sein.
Deshalb finde ich die Frage viel hilfreicher: „Was brauche ich gerade?“
Brauche ich Bewegung oder Ruhe?
Brauche ich Gesellschaft oder möchte ich für mich sein?
Brauche ich etwas, das mich aus dem Kopf zurück in den Körper bringt?
Oder brauche ich schlicht einen Abend, an dem niemand etwas von mir möchte? Das herauszufinden, ist bereits ein Stück Achtsamkeit.
7. Du bist es gewohnt, stark zu sein
Und vielleicht liegt genau hier der Kern.
Du hast wahrscheinlich schon sehr oft funktioniert, obwohl du eigentlich müde warst.
Du hast Dinge geregelt, obwohl dir selbst gerade nicht danach war. Du hast dich gekümmert, obwohl du Unterstützung gebraucht hättest. Du hast weitergemacht, weil es eben weitergehen musste.
Irgendwann wird das so selbstverständlich, dass man gar nicht mehr merkt, wie viel Kraft es kostet.
Deshalb bedeutet Selbstfürsorge für mich nicht, noch einen Punkt auf die ohnehin schon lange Liste zu setzen.
Es geht nicht darum, dass du jetzt auch noch lernen musst, „richtig“ zu entspannen.
Vielleicht geht es vielmehr darum, wieder mitzubekommen, wann du eigentlich genug hast.
Und dir dann auch zu erlauben, etwas damit zu machen.
Was kannst du heute ausprobieren?
Nichts Großes. Wenn du heute nach Hause kommst, mach nicht sofort weiter.
Bleib für einen Moment stehen. Atme.
Und frag dich: „Wie bin ich eigentlich gerade hier angekommen?“
Nicht nur körperlich. Auch innerlich.
Vielleicht merkst du, dass du müde bist. Vielleicht bist du angespannt, gereizt oder völlig leer. Vielleicht fühlst du dich überraschend gut. Du musst daraus keine Analyse machen. Nimm es einfach wahr. Denn wenn du beginnst, wieder zu bemerken, was in dir passiert, kannst du auch anders darauf reagieren.
Und genau da beginnt für mich Achtsamkeit. Nicht auf dem Meditationskissen. Sondern mitten in deinem ganz normalen Leben.
Abschalten beginnt nicht damit, dass du nichts mehr denkst
Wir werden unsere Gedanken nicht einfach ausschalten können.
Und das müssen wir auch gar nicht.
Es geht vielmehr darum, aus dem permanenten Funktionieren wieder ein Stück weit herauszukommen.
Den Körper wahrzunehmen.
Die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.
Pausen nicht erst dann zu machen, wenn gar nichts mehr geht.
Und sich selbst genauso wichtig zu nehmen wie all die Menschen und Aufgaben, um die man sich sonst kümmert.
Vielleicht ist das eine der schönsten Formen von Selbstfürsorge:
Nicht darauf zu warten, dass dein Körper dich irgendwann zum Anhalten zwingt.
Sondern früher hinzuhören.
Eine kleine Übung für heute
Wenn du heute nach Hause kommst, probiere etwas ganz Einfaches:
Bevor du zum nächsten Punkt auf deiner Liste springst, bleib für einen Moment stehen.
Spür deine Füße am Boden. Atme einmal bewusst ein und langsam wieder aus.
Und dann frag dich: „Wie geht es mir gerade wirklich?“
Du musst nichts verändern. Nimm einfach wahr, was gerade da ist.
Vielleicht ist genau das der Moment, in dem du beginnst, wieder ein bisschen mehr bei dir anzukommen.

Wenn du dabei Unterstützung möchtest
Genau hier setzt meine Arbeit an.
Ich verbinde Yoga, Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und Methoden zur Unterstützung der Nervensystem-Regulation.
Dabei geht es nicht darum, dich zu optimieren oder aus dir einen noch entspannteren Menschen zu machen.
Es geht darum, wieder einen Zugang zu deinem eigenen Körper zu finden. Zu merken, wann es dir zu viel wird. Und herauszufinden, was dich im Alltag tatsächlich unterstützt.
Wenn du dir dabei Begleitung wünschst, findest du mehr über meine Seite Yoga und mentale Gesundheit in Wien und Körperarbeit über meine Arbeit.
Du musst nicht immer funktionieren. Du darfst auch einfach einmal ankommen.
Sabine König
Kinderyoga, Yoga-, Glücks- und Achtsamkeitstrainerin, Trainerin der bunten Intelligenz und Klangenergetikerin




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