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12 Wochen Kinderyoga Tipps - Ruhe und Entspannung

  • Autorenbild: Sabine Koenig
    Sabine Koenig
  • 22. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Woche 11 – Kinder dürfen still sein


Einleitung: Warum Kinder Orte der Stille brauchen

Kinder wachsen in einer Welt auf, die oft schneller ist als sie selbst. Geräusche, Aufgaben, Erwartungen, Termine – selten bleibt Raum, in dem sie einfach nur sein dürfen. Doch genau diese Momente der Ruhe sind entscheidend: Sie helfen Kindern, Kraft zu schöpfen, Gefühle zu verarbeiten und mit sich selbst in Kontakt zu kommen.

Im Kinderyoga ist Stille nichts, was erzwungen wird. Sie entsteht ganz von selbst, wenn Kinder sich sicher fühlen und die Umgebung ihnen erlaubt, loszulassen. In dieser Woche widmen wir uns daher einem Thema, das im pädagogischen Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Entspannung und das Ankommen im eigenen Körper.

Du erfährst, wie du Kindern spielerische Zugänge zur Stille eröffnest – mit sanften Yogaübungen, einer liebevollen Geschichte und kleinen Ritualen, die im Alltag für Frieden sorgen. So bekommst du Werkzeuge, die Kinder nicht nur zur Ruhe bringen, sondern ihnen zeigen: Stille ist ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle.


Kinderyoga: Kind liegt am Boden und entspannt

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Warum Kinder Orte der Stille brauchen

  2. Kontext – Was Ruhe im Kinderyoga bedeutet

    2.1 Entspannung als Gegengewicht zur Aktivität  

    2.2 Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung

    2.3 Pädagogische Perspektive: Stille als Sicherheit

  3. Hauptteil – Die Praxis 

    3.1 Entspannungsreise: Savasana für Kinder

    3.2 Geschichte: Der kleine Hase, der zur Ruhe kommt

  4. Zusätzliche Inspiration – Rituale für Stille im Alltag

  5. Zusammenfassung – Ruhe als Geschenk

  6. Entspannung im Kinderyoga vertiefen


Kontext – Was Ruhe im Kinderyoga bedeutet

Ruhe ist nicht einfach „nichts tun“. Sie ist ein aktiver Prozess. Ein Zustand, in dem Kinder bewusst loslassen dürfen – körperlich, emotional und mental. Im Yoga lernen sie, dass Entspannung nicht durch Kontrolle entsteht, sondern durch Vertrauen in den eigenen Körper und in den Moment.


1. Entspannung als Gegengewicht zur Aktivität

Kinder drücken sich durch Bewegung aus. Rennen, springen, lachen – Aktivität ist ihre natürliche Sprache. Doch jede Aktivität braucht einen Gegenpol: Momente des Stillwerdens. Im Kinderyoga erfahren Kinder, wie sich Spannung und Entspannung abwechseln dürfen. Wie Ein- und Ausatmen nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Gefühle beruhigen.

Diese Balance stärkt Konzentration, innere Stabilität und Selbstvertrauen. Sie schafft einen Ort in ihnen, zu dem sie immer wieder zurückkehren können, wenn der Alltag zu laut wird.


2. Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung

Stille öffnet Kindern den Raum, ihren Körper bewusster wahrzunehmen. Sie spüren ihren Atem, ihren Herzschlag, ihre Gedanken. Diese Entdeckungen führen zu einer einfachen, aber tiefen Erfahrung:

„Ich bin ruhig. Ich bin da. Ich bin genug.“

Solche Momente fördern Achtsamkeit und Mitgefühl – nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Kinder, die lernen, ihren inneren Zustand wahrzunehmen, begegnen ihrer Umwelt mit mehr Sicherheit und Freundlichkeit.


3. Pädagogische Perspektive: Stille als Sicherheit

Viele Kinder kennen Stille als Aufforderung oder Strafe: „Sei jetzt leise!“ Im Kinderyoga tauchen sie in eine ganz andere Bedeutung ein. Stille wird warm, wohltuend und freiwillig.

Damit das gelingen kann, braucht es drei Dinge:

• Stille darf entstehen – nicht verordnet werden.

• Rituale wie eine Klangschale oder eine gemeinsame Atempause helfen, Übergänge weich zu gestalten.

• Ein Raum, der Geborgenheit ausstrahlt: warmes Licht, Decken, Musik, eine vertraute Stimme.

So wird Stille zu einem Ankerpunkt, nicht zu einer Anforderung.


Hauptteil – Praxisimpulse für eine ruhige Yogawoche


Yogaübung: Entspannungsreise (Savasana für Kinder)

Savasana ist im Kinderyoga der Moment, in dem alles loslassen darf. Kinder lieben diese Haltung, wenn sie ihnen liebevoll angeleitet wird – sie fühlen sich getragen, gehalten und verstanden.

So kannst du Savasana kindgerecht gestalten:

• Die Kinder legen sich bequem auf den Rücken und dürfen sich in eine Decke einkuscheln.

• Die Augen schließen, der Atem fließt weich und ruhig.

• Du sprichst langsam und freundlich: „Stell dir vor, du liegst auf einer weichen Wolke. Die Wolke trägt dich, ganz leicht. Dein Körper muss nichts tun. Dein Atem bewegt sich von selbst.“

• Lass die Kinder spüren, wie ihre Arme, Beine und Gedanken immer ruhiger werden.

Tipp: Eine leise Hintergrundmusik oder der Klang einer Schale hilft, die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. Halte den Moment der Stille am Ende bewusst ein paar Sekunden länger – oft wird genau diese Stille zum Lieblingsmoment der Kinder.



Kinderyoga: Kinder entspannen zu einer Geschichte

Geschichte: Der kleine Hase, der zur Ruhe kommt

Geschichten wirken wie sanfte Brücken in das Erleben von Stille. Diese kleine Erzählung kannst du als Einstieg, als Abschluss oder als Teil einer Fantasiereise nutzen:

Der kleine Hase war den ganzen Tag unterwegs – neugierig, lebendig und immer ein bisschen in Eile. Als die Sonne unterging, merkte er, wie müde seine Pfoten waren. Da erschien der Mond und flüsterte leise: „Setz dich hin, kleiner Hase. Du musst nichts tun. Ich wache über dich.“

Der Hase setzte sich ins Gras, schaute in den Himmel – und plötzlich wurde alles ganz still. Er spürte seinen Atem, den warmen Boden unter sich und den Wind, der sanft durch sein Fell strich. In diesem Moment lächelte er. Und er fühlte: Ich bin genau richtig. Und es ist gut, ruhig zu sein.

Diese Geschichte zeigt Kindern spielerisch, dass Stille kein Zustand ist, den man erreichen muss. Sie ist bereits da – und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.


Zusätzliche Inspiration – Rituale für Stille im Alltag

Rituale helfen Kindern, in ruhige Momente hineinzugleiten, ohne Druck oder Erwartung. Kleine Gewohnheiten können dabei erstaunlich viel bewirken.

1. Klangmoment

Eine Klangschale zu Beginn oder am Ende der Stunde schafft einen bewussten Übergang. Die Kinder hören zu, bis der Ton vollständig verklungen ist – ein natürlicher Weg, Stille wahrzunehmen.

2. Ruheatem

Ein einfacher Atemspruch begleitet Kinder im Alltag: „Ich atme ein – ich komme an. Ich atme aus – ich bin ruhig.“ Dieser Satz bringt Klarheit, Selbstberuhigung und innere Balance.

3. Traumreise

Kurze Fantasiereisen wie „Der Sternenbesuch“ oder „Der Zauberwald“ helfen Kindern, sich zu entspannen und den Tag friedlich abzuschließen. Sie öffnen einen inneren Raum, in dem Ruhe selbstverständlich sein darf.

Solche Rituale sind wertvolle Begleiter – im Yoga, im Kindergarten, in der Schule und zu Hause.


Zusammenfassung – Ruhe als Geschenk

Ruhe ist kein Luxus. Sie ist eine wichtige Ressource für Kinder, die ihnen hilft, innerlich stark zu werden. Im Kinderyoga erfahren Kinder, dass Stille nicht bedrohlich ist, sondern ein Ort, an dem Frieden wohnt. Ein Ort, zu dem sie immer zurückkehren können.

Die Übungen und Rituale dieser Woche unterstützen dich dabei, Kindern genau diese Erfahrung zu ermöglichen – behutsam, spielerisch und liebevoll.



Möchtest du Kinder noch sicherer in die Ruhe begleiten?

Wenn du spürst, wie wertvoll diese Momente für Kinder sind, dann ist der nächste Schritt ganz nah: In meiner Kinderyogalehrerausbildung lernst du, wie du Achtsamkeit, Entspannung und Yoga so kombinierst, dass Kinder stärken, wachsen und innerlich zur Ruhe finden können – egal ob im pädagogischen Alltag, der Schule oder im Familienleben.


Hier kannst du mehr über die Ausbildung erfahren Ich freue mich darauf, dich auf diesem Weg zu begleiten.

Sabine König


Kinderyoga, Yoga-, Glücks- und Achtsamkeitstrainerin, Trainerin der bunten Intelligenz und Klangenergetikerin

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